• Jugendberatung
  • Jugendberatung Gütersloh

Die Jugendberatung

Im Schnittfeld von Schule und Beruf richtet sich die Jugendberatungsstelle an junge Menschen, die bereits in der Schule oder an der ersten Schwelle in der Ausbildung oder Arbeit zu scheitern drohen.

Die üblichen Hilfen und Übergangssysteme verlangen Anpassungsleistungen, wie z. B. eigenverantwortliches und aktives Handeln, Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit usw., die die Jugendlichen nicht leisten können und deshalb durch die Fördersysteme von SGB II und SGB III durchfallen.

Bürokratie, allgegenwärtige Aktenführung und mangelndes Engagement können die Orientierungs- und Hilflosigkeit Jugendlicher weiter verstärken. Eltern und Multiplikatoren, die auf der Suche nach Beratungsangeboten sind, ergeht es ähnlich.

Hier setzt die Jugendberatungsstelle an und spannt ein Netz zwischen den Regelsystemen und Hilfsangeboten für die Jugendlichen die im System nur schwer zurechtkommen. Sie ist Anlaufstelle für Jugendliche und professionelle Beratung für die Eltern und Multiplikatoren. Sie nimmt die Anliegen der Jugendlichen entgegen, nimmt die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt ernst und berät sie oder vermittelt die geeigneten Hilfen, wenn sie die Anfragen nicht selbst bearbeiten können (Brücken- und Lotsenfunktion).

Um Jugendliche erfolgreich beraten zu können und den Zugang zur Beratung niedrigschwellig zu halten, basiert unsere Arbeit auf einigen wichtigen Grundprinzipien:

  • Die Jugendberatung basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, das sich aus den §§ 11 und 12 des SGB VIII ableitet. Dieses Prinzip ist die Grundlage dafür, dass sich Jugendliche in besonderen Problem- und Lebenslagen angstfrei öffnen können und eine entsprechende Hilfeangebote mit tragen.
  • Die Jugendberatung erfolgt nach dem Prinzip der Ganzheitlichkeit: sie erkennt die Ressourcen der Lebenswelt des Jugendlichen und/oder stellt diese zur Verfügung, macht sie nutzbar und findet so die Wünsche des Jugendlichen heraus.
  • Die Jugendberatung ist biographisch angelegt und geht von der Bildbarkeit und dem Selbstverwirklichungswunsch jedes einzelnen Menschen aus. Jugendberatung ist ein Prozess und geht bei der Beratungsplanung davon aus, dass auch bei persönlichen Versagen weitere Chancen eröffnet werden können.
  • Die Jugendberatung ist parteilich und anwaltlich für benachteiligte Jugendliche. Jugendberatung versucht die Bedürfnisse, aber auch Angebote ihrer Zielgruppe in die Jugendhilfeplanung einzubringen und ist vernetzt mit anderen Einrichtungen/Institutionen im Sozialraum.
  • Jugendberatung berücksichtigt das Prinzip des Gender Mainstreaming. Sie basiert auf einer geschlechterreflektierten Praxis und berücksichtigt geschlechterspezifische Aspekte in der Beratung von Mädchen und Jungen.
  • Jugendberatung integriert und realisiert das Prinzip des Cultural Mainstreaming. In der Arbeit werden die spezifischen Kompetenzen und Interessen der Jugendlichen mit Migrationshintergrund berücksichtigt.
  • Die Jugendberatung ist anonym, kostenlos und freiwillig. Anonymität und Vertraulichkeit kann gewährt werden, weil es keine Aktenführung gibt. Nur so kann wirklich ein niedrigschwelliges Beratungsangebot erreicht werden.
  • Die Ratsuchenden reagieren misstrauisch, wenn eine Akte angelegt wird und etwas aufgeschrieben wird. Das Misstrauen kann wieder dazu führen, dass die Problemdarstellung verändert wird.